Peru | Sr. Birgit Weiler

Neue Wege für eine Spiritualität ganzheitlicher Ökologie - Die Weisheit indigener Völker als wegweisender Impuls

Die 1958 geborene Duisburgerin trat 1978 in die Ordensgemeinschaft der Missionsärztlichen Schwestern ein. Nach dem Studium der Theologie ging Sr. Birgit nach Peru, wo sie seit 1995 als Professorin für Fundamentaltheologie an der Universität Antonio Ruiz de Montoya lehrt.
Gegenwärtig ist sie u.a. Koordinatorin eines Forschungsprojektes zur interkulturellen zweisprachigen Schulbildung bei den beiden indigenen Völkern Awajún und Wampis im Amazonasgebiet Perus. Parallel dazu arbeitet sie zusammen mit REPAM (Red Eclesial PanAmazonica, ein katholisches Netzwerk, das sich für die Rechte der Menschen in den Amazonasgebieten einsetzt) in der Vorbereitung der Amazonassynode.
In ihrem Vortrag möchte Weiler am Beispiel der Awajún und Wampis wesentliche Dimensionen der Weisheit und Spiritualität indigener Völker Amazoniens aufzeigen angesichts der großen Gefährdungen für das Amazonasgebiet und seiner Bevölkerung. Indigene Weisheit und Spiritualität enthalten wesentliche Impulse für den notwendigen Wandel hin zu einer ganzheitlichen Ökologie.

Bolivien | Sr. Aline Silva dos Santos

Neue Wege für Ortskirchen. Evangelisierung im Geist von Laudato Si'

Die geborene Brasilianerin gehört der Schwesterngemeinschaft der Franziskanerinnen von unserer lieben Frau von Aparecida an. Seit 2016 hat sie ihre Heimat in San Ignacio de Velasco in Bolivien gefunden. In der dortigen Diözese ist sie im Bereich Mission und Evangelisierung tätig. Als Delegierte von REPAM ist sie für die Vorbereitung der Amazonas-Synode in der Diözese verantwortlich.
„Wir stehen hier erst am Anfang“, sagt Sr. Aline. „Wir müssen bei den Menschen erst ein Bewusstsein schaffen für die Sorge um das gemeinsame Haus, um sie wachzurütteln.“ Erreichen will sie das, indem sie sich für die Verbreitung der Enzyklika "Laudato Si" einsetzt, um auf die bestehenden Probleme aufmerksam zu machen. Ihr Ziel lautet, die Menschen dazu zu bringen, die Realität zu erkennen und mit Hilfe des Glaubens zu einem Besseren zu verändern. 

Österreich | P. Franz Weber

Neue pastorale Ämter und Dienste für Männer und Frauen - Anstöße der Amazonassynode

Der weststeirische Comboni Missionar (Jg. 1945) studierte Theologie in Bamberg und Rom und dissertierte in Graz mit dem Thema „Mission und Pastoraltheologie“. Nach seiner Priesterweihe führten ihn Missionseinsätze in den Nordosten von Brasilien. Von 1997 bis 2011 war der Ordensmann als Professor für interkulturelle Pastoraltheologie und Missionswissenschaft in Innsbruck tätig, wo er seit seiner Emeritierung u.a. als Pfarrseelsorger wirkt. In seinem Vortrag fragt Weber: Können katholische Gemeinden, die ohnedies schon in sehr schwierigen sozialen Verhältnissen existieren müssen, auch religiös überleben, wenn sie nur sehr selten die Möglichkeit haben, Eucharistie zu feiern? – Auch daran leiden die über das riesige Amazonasgebiet verstreuten indigenen Gemeinden. Das Vorbereitungsdokument der Amazonassynode fordert eine offizielle Antwort auf dieses schwerwiegende Problem. Weber reflektiert auch über neue Ämter und Dienste bzw. über die Rolle der Frauen in der Kirche Amazoniens.