Digna Irafay, Tansania

Landrechte verteidigen - Ernähunge sichern

Die junge Juristin Digna Irafay stammt aus Tansania und ist dort in Arusha am „Tanzania Natural Resource Forum“ tätig, einem Projektpartner von Welthaus Graz und Dreikönigsaktion. Durch diese Organisation erhalten Dorfbewohner Rechtsbeistand und Weiterbildungen, damit sie ihre Landrechte verteidigen und ihre Ernährung sichern können. Denn das wird im Kontext des Klimawandels, von Landgrabbing und von gesellschaftlichen Umwälzungen immer schwieriger. Digna Irafay wird die Situation der betroffenen Dorfbevölkerung vor Ort schildern, über agrarbasierte Landinvestitionen sprechen sowie von den Interessen und Praktiken der großen ausländischen Landinvestoren und Investorinnen. Sie ist überzeugt: Der Kampf für Landrechte ist Voraussetzung dafür, Ernährung zu sichern.


Diakon Martin Mayr, Brasilien

Ernähung gründet auf Rechten - und nicht auf Geschäften

Der aus Windischgarsten stammende Entwicklungshelfer Martin Mayr (57) lebt und arbeitet seit 1991 in der nordwestbrasilianischen Diözese Barreiras. Im Naturraum „Cerrado“, wo das Agrobusiness heftig expandiert, sammeln sich die Gewinne aus der monokulturellen Bewirtschaftung auf wenigen Konten. Die Folgen der hohen Landkonzentration, der riesigflächigen Abholzungen und des enormen Wasserverbrauchs müssen von der Gesamtbevölkerung getragen werden. Besonders leidvoll werden indigene Gemeinschaften und eingesessene Kleinbauernfamilien getroffen. Ihnen unter die Arme zu greifen und die natürlichen Ressourcen des „Cerrado“ zu schützen, ist das Anliegen der Entwicklungsorganisation „10envolvimento“.


Markus Büker, Deutschland

Jeder Mensch hat ein Recht auf gutes Essen

Der 1965 geborene Theologe Dr. Markus Büker ist seit den 1990er Jahren in der Bildungs- und Solidaritätsarbeit zu Fragen weltweiter Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit tätig. Von 2004 bis 2012 engagierte er sich in Bogotá (Kolumbien) in ökumenischer Friedensarbeit und Begleitung christlicher Basisprozesse. Seit 2012 bei Misereor (Aachen), arbeitet er zu Theologischen Grundfragen und in der Stabsstelle der Geschäftsführung. In seinem Beitrag geht es um die Ursachen des Hungers in der Welt, um die Antwortversuche der Solidaritätsbewegungen und der Staatengemeinschaft, sowie um den sich vielfach verändernden Blick auf „Entwicklung“. In seiner Enzyklika „Laudato si“ skizziert Papst Franziskus, wie Ernährungsfragen nicht zu trennen sind vom menschlichen Umgang mit Boden, Luft, Wasser, Wäldern sowie von Ursachen und Folgen des Klimawandels. Ernährung für alle ist nur möglich, wenn über Kontinente hinweg jeder Staat und jeder Mensch seine Verantwortung wahrnimmt. Franziskus plädiert für eine „ökologische Umkehr“, zu der christlicher Glaube beitragen kann.